Öffnet in einem neuen Tab

LinkedIn-Ranking im IZ NÖ-Süd: Der große Realitätscheck

359 Unternehmen, 133 LinkedIn-Seiten und 48 bewertbare Auftritte: Was unser LinkedIn-Ranking über die tatsächliche Nutzung von LinkedIn in Industrie, Technik und B2B zeigt. Und was Unternehmen daraus lernen können. Wie gut nutzen Industrie- und Technikunternehmen LinkedIn wirklich? Welche Inhalte funktionieren? Braucht es enorm viele Follower für gute Resonanz? Und wie viel von dem Know-how, das in technischen Unternehmen steckt, wird überhaupt sichtbar?

Für unser LinkedIn-Ranking im IZ NÖ-Süd 2026 haben wir uns nicht einzelne Best-Practice-Beispiele angesehen, sondern einen ganzen Wirtschaftsstandort: 359 Unternehmen in einem der größten Wirtschaftsparks Österreichs, direkt im Süden Wiens. Das Ergebnis ist ein ziemlich unverstellter LinkedIn-Realitätscheck. 133 Unternehmen haben eine eigene LinkedIn-Seite. Nur 48 waren nach unseren Kriterien aktiv genug für eine Bewertung. Gleichzeitig haben wir kleine Unternehmensseiten entdeckt, die erstaunlich gut funktionieren, große Unternehmen mit vergleichsweise wenig Resonanz und topaktuelle Nischenthemen, die auf LinkedIn richtig gut ankommen.

Unsere Agentur wasserlof communication befindet sich seit 2009 mitten im Industriezentrum NÖ Süd, einem der größten Wirtschaftsparks in Österreich. Wir machen PR für Technik- und Industrieunternehmen, und LinkedIn ist dabei eine der wichtigsten Plattformen für Online-Kommunikation. Im Frühsommer 2026 kam bei einem Agentur-Jour-fixe die Frage auf: Wie intensiv nutzen die Unternehmen im IZ NÖ Süd eigentlich LinkedIn? In diesem Beitrag berichten wir über unsere Erfahrungen (Stand: September 2026).

KI macht vieles schneller. Aber nicht automatisch richtig.

Wir dachten anfangs: Mit KI müsste sich ein Ranking von 359 Unternehmen recht flott umsetzen lassen. Ganz so war es nicht. Bevor die KI sinnvoll auswerten konnte, brauchte es viel Handarbeit und vor allem Fachwissen. Unternehmen mussten dem IZ NÖ Süd eindeutig zugeordnet, LinkedIn-Seiten gefunden und Daten gegengecheckt werden. Danach haben wir klare Kriterien entwickelt und die Inhalte so aufbereitet, dass die KI alle Unternehmen nach denselben Maßstäben bewerten konnte. Und selbstverständlich haben wir jede LinkedIn-Seite auch selbst angesehen und die Ergebnisse kontrolliert.

Unser Learning: KI kann eine Analyse enorm beschleunigen. Aber erst klare Kriterien, gute Daten und menschliches Fachwissen machen das Ergebnis wirklich brauchbar.

LinkedIn im technischen B2B: Themen gibt es genug

Was uns schon bei der Recherche aufgefallen ist: die enorme Branchenvielfalt im IZ NÖ-Süd. Auf den vier Gemeindegebieten Wr. Neudorf, Biedermannsdorf, Guntramsdorf und Laxendorf finden sich Unternehmen aus

  • Medizintechnik,
  • Logistik,
  • Umwelttechnologie,
  • Maschinenbau,
  • Life Science,
  • Unternehmensberatung und
  • Handel.

Viele Unternehmen davon arbeiten international, entwickeln hoch spezialisierte Produkte bzw. Services und verfügen über enormes Fachwissen.

Eigentlich beste Voraussetzungen für LinkedIn. Denn gerade im technischen B2B gibt es viel zu erzählen: über Anwendungen, Projekterfolge, Innovationen, technisches Fachwissen und die Firmenteams dahinter.

Die spannendere Frage für uns war daher: Wie viel vom täglichen Business und den innovativen Leistungen der Unternehmen wird auf LinkedIn tatsächlich sichtbar?

LinkedIn im B2B: Viel Potenzial bleibt ungenutzt

Was uns zum Nachdenken gebracht hat: Von 359 Unternehmen im IZ NÖ-Süd haben 133 eine eigene LinkedIn-Unternehmensseite. Aber nur 48 davon posten auch regelmäßig. Manche der anderen Seiten haben Hunderte Follower und trotzdem keinen einzigen Beitrag. Eigentlich seltsam.

Das heißt: Nur rund 13 Prozent aller Unternehmen im IZ NÖ-Süd nutzen LinkedIn aktiv.

Gerade bei den vielen Industrie- und Technikunternehmen hat uns das überrascht. Denn an Themen fehlt es wirklich nicht. Neue Produkte, Kundenprojekte, technische Lösungen, Fachwissen, Messen, neue Mitarbeitende – eigentlich passiert laufend etwas. Und vieles davon wäre auch für Kunden, Geschäftspartner oder Bewerber interessant.

Da haben wir uns schon gefragt: Wie machen die anderen 87 Prozent ihre Online-PR? Wo zeigen sie, was sie können? Und wie werden sie im Internet und zunehmend auch in der KI-Suche gefunden? (Stichwort GEO – generative engine optimization)

LinkedIn im B2B: Viele Follower sind kein Erfolgsgarant

Eine der erfreulichsten Erkenntnisse aus unserem Ranking: Man braucht auf LinkedIn keine riesige Community, um gute Resonanz zu bekommen. Einige der besten Unternehmensseiten hatten weniger als 500 Follower. Gleichzeitig fanden wir Seiten mit Tausenden Followern, auf deren Beiträge kaum jemand reagierte.

Für kleinere Industrie und B2B-Unternehmen ist das eine gute Nachricht. Sie müssen nicht erst jahrelang Follower sammeln. Auch ein spezialisiertes Unternehmen in einer kleinen Nische kann auf LinkedIn sehr gut sichtbar sein. Entscheidend ist vielmehr, was man veröffentlicht und ob es für die eigene Zielgruppe interessant ist. Für unser Ranking zählten deshalb Aktivität, Kontinuität, Resonanz sowie Inhalt und Contentvielfalt. Wie wir bewertet haben, erklären wir hier im Detail.

Und genau da wurde es für uns spannend: Warum funktionieren manche Unternehmensseiten mit wenigen Followern richtig gut und andere trotz großer Community kaum? Eine mögliche Erklärung: Was wir von außen nicht sehen konnten ist, ob Beiträge zusätzlich bezahlt ausgespielt wurden. Wir haben uns daher auf das konzentriert, was für jeden sichtbar ist.

Welche Branche performt am besten auf LinkedIn?

Mit jeder ausgewerteten Kategorie wurde deutlicher, wie verschieden LinkedIn innerhalb desselben Wirtschaftsstandorts genutzt wird.

  • Business-Services & Beratungen bildeten mit 53 Unternehmen die größte Gruppe. Ins Ranking schafften es trotzdem nur 8 Firmen. Viele Unternehmensseiten waren vor Jahren angelegt worden und liegen seither im Dornröschenschlaf.
  • Bei Energie- und Umwelttechnologie fanden wir ebenfalls eine besonders hohe LinkedIn-Dichte.
  • Transport und Logistik lagen beim Qualitätsniveau weit vorne. Beide Sieger erreichten mit 75 Punkten die maximale Punkteanzahl.
  • In der Bau- und Gebäudetechnik entdeckten wir dagegen viel ungenutztes Potenzial. Dabei gäbe es dort reichlich Stoff für interessante Beiträge: Projekte, technische Lösungen, Baustellen, Materialien oder Menschen mit Spezialwissen. Der Kategoriesieger zeigt vor, wie es geht.

LinkedIn: Was machen die Besten richtig gut?

Mit der Zeit stellten wir bei den besten Unternehmensseiten Gemeinsamkeiten fest.

  • Unternehmen mit guten Ergebnissen haben intern viel Content, den sie auch aktiv nutzen.
  • Sie zeigen konkrete Projekte, geben der Community Einblicke in ihr Expertenwissen und lassen Menschen aus dem Unternehmen zu Wort kommen.
  • Wiederkehrende Formate helfen ebenfalls. Eine Mitarbeiterserie, regelmäßige Projektberichte oder Fachbeiträge schaffen bei den Lesern (und beim Algorithmus!) Vertrautheit und liefern zugleich einen Grund, der Seite weiter zu folgen.
  • Besonders häufig erhielten Beiträge über Menschen und Unternehmenskultur gute Resonanz.
  • Konkrete Projekte und Problemlösungen funktionierten ebenfalls gut.
  • Fachliche Beiträge schnitten vor allem dann gut ab, wenn sie einen aktuellen Bezug hatten.

Spektakuläre Inszenierungen sind dafür nicht nötig. Viele gute Themen entstehen ohnehin jeden Tag im Unternehmen. Man muss sie nur erkennen und geschickt verarbeiten.

LinkedIn Best Practice im B2B: Diese 4 Unternehmensseiten sind uns aufgefallen

STILL Austria, Anbieter von Gabelstaplern und Intralogistiklösungen, überzeugte über den gesamten LinkedIn-Auftritt hinweg. Das Unternehmen postet regelmäßig, zeigt unterschiedliche Themen und bekommt dafür auch gute Resonanz aus der Community.

META Lagertechnik, Spezialist für Lagertechnik und Regalsysteme, setzt stark auf konkrete Projekte und Anwendungen. Statt abstrakt über Leistungen zu sprechen, zeigt das Unternehmen, wo und wie seine Lösungen eingesetzt werden.

Arthrex Austria, Medizintechnik-Unternehmen mit Schwerpunkt Orthopädie und Medical Education, war für uns eines der spannendsten Beispiele im Ranking. Die Seite hatte zum Zeitpunkt unserer Analyse 918 Follower. Einzelne Beiträge erreichten trotzdem 142 bis über 200 Reaktionen. Fachwissen, Medical Education und Menschen aus dem Unternehmen funktionieren hier ausgesprochen gut.

AVILOO, Spezialist für die Diagnose und Analyse von Batterien in Elektrofahrzeugen, erreichte 72 Punkte und zeigt, wie gut fachliche Positionierung auf einer LinkedIn-Unternehmensseite funktionieren kann. Studien, Marktinformationen, Veranstaltungen und fachliche Einordnungen prägen den Content stärker als klassische Firmenwerbung. Das Thema spielt AVILOO natürlich in die Karten: E-Mobilität und Batterien sind hochaktuell und das Unternehmen versteht es gut, diese Themen optimal zu nutzen.

LinkedIn Community Management: Posten allein reicht nicht

Mit der Veröffentlichung der Nominierten begann für uns ein ganz anderer Teil des Rankings. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass Unternehmen reagieren, wenn ihre LinkedIn-Seite markiert, für ein Branchenranking nominiert oder sogar ausgezeichnet wird.

Die Reaktionen auf unsere Taggings (also die Erwähnung der Unternehmensseite) waren allerdings eher die Ausnahme.

Fairerweise: Es kann am LinkedIn-Algorithmus liegen, dass man eine Erwähnung nicht sofort mitbekommt. Umso mehr lohnt es sich, als Admin regelmäßig genauer hinzusehen: Wo wurde das Unternehmen erwähnt oder markiert? Gibt es Kommentare oder Nachrichten? Unser Tipp: Nicht darauf verlassen, dass LinkedIn schon alles zeigt, sondern aktiv checken.

Denn LinkedIn endet nicht mit dem Veröffentlichen eines Beitrags. Es ist ein People Business und kein Wald, in den man regelmäßig hineinruft. Community Management gehört für uns genauso dazu wie guter Content.

Das gilt auch für persönliche Kontaktaufnahmen. Die meisten Unternehmen reagierten sehr freundlich und interessiert. Bei manchen hätten wir uns allerdings ein bisschen mehr Offenheit erwartet.

Unser Learning: Wer auf LinkedIn sichtbar sein möchte, sollte auch ansprechbar sein.

Reputation entsteht auch im Kleinen: Wer auf LinkedIn reagiert, antwortet und ansprechbar ist, wirkt nahbar und stärkt damit das Image des Unternehmens.

LinkedIn für Unternehmen: 6 Dinge, die Sie gleich überprüfen können

Bei unserem Ranking sind uns einige Dinge immer wieder begegnet. Das Gute daran: Vieles lässt sich mit wenig Aufwand verbessern. Machen Sie am besten gleich den Check für Ihr Unternehmen:

  1. Sind Ihre Mitarbeitenden mit der richtigen LinkedIn-Unternehmensseite verknüpft und unter „Personen“ zu finden?
  2. Sind die persönlichen LinkedIn-Profile von Geschäftsführung und Team aktuell – inklusive Funktion und Unternehmen?
  3. Finden Besucher unter „Personen“ echte, vollständige Profile oder viele Avatare, Abkürzungen und fehlende Funktionen?
  4. Gibt es auf Ihrer Unternehmenswebsite einen gut sichtbaren Button, der direkt zu Ihrer LinkedIn-Unternehmensseite führt?
  1. Reagiert Ihre Unternehmensseite, wenn Mitarbeitende über das Unternehmen posten?
  2. Ist Ihre Geschäftsführung auf LinkedIn aktiv, aber das Unternehmen selbst hat noch gar keine LinkedIn-Seite?

Keiner dieser Punkte macht allein einen guten LinkedIn-Auftritt aus. Aber zusammen sind sie ein ziemlich guter Schnellcheck dafür, wie gut Unternehmen, Mitarbeitende und LinkedIn-Unternehmensseite zusammenspielen.

Was wir selbst aus 359 Unternehmen über LinkedIn gelernt haben

Nach knapp zwei Monaten Recherche kennen wir 359 Unternehmen im IZ NÖ-Süd ein gutes Stück besser. Wir haben internationale Hidden Champions entdeckt, spannende technische Nischen kennengelernt und gesehen, wie unterschiedlich Unternehmen LinkedIn nutzen.

Unser vielleicht wichtigstes Learning: Für einen guten LinkedIn-Auftritt braucht es weder zehntausende Follower noch jeden Tag einen neuen Beitrag. Viel wichtiger sind interessante Einblicke, echtes Fachwissen, konkrete Projekte, Menschen und eine gewisse Kontinuität.

Und wer das bereits gut macht? Für den beginnt das nächste LinkedIn-Level.

Sie sind bereits gut unterwegs? Im LinkedIn-Training „Next Level“ schauen wir gezielt auf Content, Resonanz, Sichtbarkeit und persönliche Profile – schnell, konkret und direkt umsetzbar.

LinkedIn gemeinsam im Team nutzen

Noch mehr geht, wenn Geschäftsführung, Vertrieb und Fachleute mitmachen. Unser LinkedIn-Teamtraining baut Berührungsängste ab und bringt das Team gemeinsam ins Tun.

Die wichtigsten Fragen zum LinkedIn-Ranking kurz beantwortet

Was funktioniert bei B2B-Unternehmen auf LinkedIn besonders gut?
Konkrete Projekte und Anwendungen, Fachwissen, aktuelle Themen und Menschen aus dem Unternehmen. Gute Inhalte müssen dabei weder aufwendig inszeniert noch täglich veröffentlicht werden. Ganz nach dem Motto: Perfekt unperfekt.

Brauchen Industrie- und Technikunternehmen viele Follower für einen erfolgreichen LinkedIn-Auftritt?
Nein. Unser Ranking zeigte, dass auch Seiten mit weniger als 300 Followern eine starke Resonanz erreichen können. Entscheidend ist, ob die Inhalte für die eigene Community interessant sind. Stichwort: Mehrwert & Painpoints der Kunden.

Wie können Unternehmen ihren LinkedIn-Auftritt verbessern?
Regelmäßig relevante Inhalte veröffentlichen (dh. PR statt Eigenwerbung), die Unternehmensseite sauber pflegen, auf Kommentare und Erwähnungen reagieren und die persönlichen LinkedIn-Profile von Geschäftsführung und Mitarbeitenden updaten.

Über die Autorinnen

Britta Brehm Cernelic & Nina Strass-Wasserlof | wasserlof communications

Britta Brehm Cernelic hat das LinkedIn-Ranking im IZ NÖ-Süd 2026 recherchiert, die Unternehmensseiten analysiert und die Auswertung über mehrere Wochen begleitet. Nina Strass-Wasserlof ist PR-Beraterin und LinkedIn-Trainerin mit Schwerpunkt auf Technik, Industrie und B2B-Kommunikation. Gemeinsam stehen sie für die Verbindung von Recherche, PR-Praxis und LinkedIn-Know-how. wasserlof communications sitzt seit 2009 mitten im IZ NÖ-Süd und hat mehr als 100 komplexe Kommunikationsprojekte umgesetzt – viele davon für Unternehmen aus Technik, Industrie und B2B.

Mehr zum Ranking auf der LinkedIn-Seite

Lernen Sie uns kennen!

Jetzt Termin für ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren